MRT – Magnetresonanztomographie

MRT – Magnetresonanztomographie

Die Kernspintomographie (KST) auch Magnetresonanztomographie (MRT), genannt, ist in der diagnostischen Radiologie eine der modernsten Untersuchungsmethoden, mit der Schnittbilder des menschlichen Körpers in jeder gewünschten Ebene angefertigt werden können.
Durch eine hohe Auflösung und einen großen Gewebekontrast gelingt eine wesentlich bessere Darstellung der anatomischen Strukturen als mit den meisten anderen bildgebenden Verfahren. Insbesondere können unterschiedliche Weichteilstrukturen besser differenziert werden.

Wie funktioniert Kernspintomographie?

Die Bildgebung der Kernspintomographie beruht auf den magnetischen Eigenschaften von Wasserstoffprotonen, die einen Drehimpuls, den sogenannten „Kernspin“, haben. Dieser Impuls wird durch die Elektronenwolken und damit durch die Ladung der Protonen erzeugt. Die Ausrichtung dieser Wolken bzw. der Kernspins ist abhängig vom einwirkenden Magnetfeld.

Eine Änderung des Magnetfeldes bewirkt auch eine Änderung des Spins. Diese Änderung kann gemessen werden. Mit Hilfe eines Computers werden die Signale ausgewertet und als Bild dargestellt. Auf diese Art und Weise entstehen Schnittbilder des menschlichen Körpers. Die Auflösung ist so fein, dass unter anderem ohne Katheter Gefäße oder z. B. die Gallenwege und das Herz dargestellt werden können.

Kontraindikationen / Risiken / Sicherheitsmaßnahmen

Kontraindikationen

Wenn bei Ihnen eine absolute Kontraindikation, wie z.B. Herzschrittmacher, implantierter Defibrillator u.a., vorliegt, kann eine Kernspintomographie nicht durchgeführt werden. Vor jeder Untersuchung wird vom Facharzt und Fachpersonal sehr genau überprüft, ob der Patient „kernspintauglich“ ist und die Untersuchung durchgeführt werden kann.

Risiken

Die Kernspintomographie arbeitet weder mit Röntgenstrahlen noch mit radioaktiven Substanzen, sondern mit Radiowellen in einem starken Magnetfeld, so dass der Patient keiner Strahlenbelastung ausgesetzt ist.
Bisher sind keine Schädigungen durch die elektromagnetischen Hochfrequenzfelder bekannt. Daher ist die Kernspintomographie die bevorzugte Untersuchungsart für z.B. Babys, Kinder und schwangere Patientinnen (ab der 13. Schwangerschaftswoche).

Sicherheitsmaßnahmen

Auf Grund des starken Magnetfeldes sind Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Befolgen Sie bitte die Anweisungen unserer Fachkräfte. Lassen Sie alle Metallteile wie Schmuck, Uhr, Hörgerät, Brille, Schlüssel, Feuerzeug, Geldstücke, Kreditkarte u.a. in der Patientenkabine.
Um alle Risiken zu vermeiden, müssen alle Kleidungsstücke außer Unterwäsche abgelegt werden. Patienten, die schnell frieren, können sich gerne eine Leggins (lange Unterhose) und Tshirt zur Untersuchung mitbringen. Außerdem bieten wir zu jeder Untersuchung Tücher und  Decken zum Zudecken an.

Bitte legen Sie, wenn vorhanden, Ihren Notfallausweis, Ihren Allergiepass, Ausweis für Implantate, Herzklappe u.a. direkt bei der Anmeldung vor.

Für weitere Fragen stehen unsere Ärzte und Mitarbeiter Ihnen gerne zur Verfügung.

Untersuchungsvoraussetzungen

Bitte beachten!

Um für den Untersuchungstag optimal vorbereitet zu sein bringen Sie bitte Folgendes mit:

  • Einen gültigen Überweisungsschein und Ihre Versicherungskarte
  • Voraufnahmen / Voruntersuchung
  • Laborwerte < 3 Monate (Kreatinin) bei Untersuchungen von Schädel/Neurocranium, Hals, Thorax, Abdomen, Becken, Prostata, Herz oder wenn von uns bei der Terminvergabe explizit angefordert
Untersuchungsablauf

Zur Untersuchung werden Sie auf einer fahrbaren Liege durch eine Öffnung in einer beleuchteten Röhre von ca. 60-70 cm Durchmesser innerhalb des Magnetfelds positioniert.

Wichtig!

Für den Fall einer Kontrastmittelgabe muss im Vorfeld die Verträglichkeit und die Nierenfunktion überprüft werden. Deshalb muss vor der Untersuchung ein aktueller Kreatininwert (<3 Monate) bei Untersuchungen von Schädel/Neurocranium, Hals, Thorax, Abdomen, Becken, Prostata, Herz oder wenn von uns bei der Terminvergabe explizit angefordert, vorliegen.
Bitte legen Sie, wenn vorhanden, Ihren Notfallausweis, Ihren Allergiepass, Ausweis für Implantate, Herzklappe u.a. direkt bei der Anmeldung vor.

Für weitere Fragen stehen unsere Ärzte und Mitarbeiter Ihnen gerne zur Verfügung.

Untersuchungen mit Kontrastmittel

Bei bestimmten Fragestellungen ist eine Kontrastmittelgabe in die Vene notwendig. Es handelt sich um ein nicht jodhaltiges Mittel, das im Allgemeinen sehr gut vertragen wird.
Während der Kontrastmittelgabe können Symptome wie ein metallischer Geschmack, Übelkeit, oder Juckreiz entstehen. Diese Symptome verschwinden nach kurzer Zeit. Selten kommt es zu allergischen Reaktionen wie Herzklopfen, Schwindel oder Hautausschlag. Auch allergische Reaktionen klingen meist nach kurzer Zeit von selbst ab. Schwere lebensbedrohliche Zwischenfälle, die stationär behandelt werden müssen, und bleibende Schäden sind extrem selten. Wir können Sie während der Untersuchung sehen. Sollte bei Ihnen eine allergische Reaktion auftreten, machen Sie sich bitte sofort bemerkbar (Notfallklingel).

Vor jeder Untersuchung wird durch unseren Arzt geprüft, ob die Kernspintomographie die Fragestellung Ihres Krankheitsbildes bestmöglich beantwortet oder ob Alternativuntersuchungen (wie z.B. Ultraschall, Kernspintomographie, Nuklearmedizin u.a.) geeigneter sind.

Häufigste Fragen

Lautstärke

Die Untersuchung dauert zwischen 10 – 30 Minuten. Während den Messungen treten laute Geräusche auf, die bei jeder Messung unterschiedlich sind, z.B. Klopfen, Hämmern, Dröhnen, Vibrieren u.a. durch das Tragen eines Kopfhörers  (alternativ auch Ohropax) können die Geräusche stark reduziert werden.

Platzangst

Die Durchführung einer Kernspintomographie ist trotz Platzangst (Klaustrophobie) durch die Verabreichung eines angstlösenden Medikamentes möglich. Die Verabreichung des angstlösenden Medikamentes kann nur mit Ihrem Einverständnis erfolgen. Damit Sie und wir gut vorbereitet sind, geben Sie uns bitte bereits bei der Terminvergabe einen Hinweis zu Ihrer Platzangst.  So können wir Sie über alle notwendigen Maßnahmen, wie z.B. Begleitperson für den Nachhauseweg, ausführlich informieren.
Während der Untersuchung können wir Sie sehen und über eine Sprechanlage mit Ihnen reden. Sie erhalten während der Untersuchung einen Notfallknopf. Sobald Sie diesen drücken, unterbrechen wir die Untersuchung und kommen sofort zu Ihnen in den Untersuchungsraum.

MRT-Standarduntersuchungen / MRT-Spezialuntersuchungen

MRT des Bewegungsapparates

Verletzungen und Abnützungserscheinungen an den Gelenken und der Wirbelsäule stellen ein häufige Ursache von Arbeitsunfähigkeit dar und verursachen neben den Beschwerden für den Patienten auch hohe Kosten für unser Sozialsystem. Eine genaue Diagnostik und zielgerichtete Therapie sind damit von übergeordneter Bedeutung.
Die Darstellung der großen und kleinen Gelenke sowie der Wirbelsäule gehört seit langem zu den Standardverfahren der MRT.
Gezielt können die knöchernen Strukturen, der Gelenkknorpel, die Menisken, Bänder, Sehnen und Muskeln abgebildet werden.

Indikation und Fragestellungen

  • Neben der häufigen Frage nach Abnutzungserscheinungen wird zunehmend häufiger die Frage nach Verletzungen der Weichteile (Bänder, Sehnen, Kapsel, Muskeln) gestellt, die mittels MRT am besten zu beantworten ist.
  • Die meisten Fragestellungen am Bewegungsapparat sind ohne eine Kontrastmittelinjektion zu klären.
  • Lediglich bei der Frage nach Entzündungen, Tumoren, Narbengewebe erfolgt eine Injektion von Kernspin-Kontrastmittel in eine Vene.
  • Bei der Darstellung der Wirbelsäule stehen Bandscheibenvorfälle, sonstiger Druck auf Nerven oder Rückenmark oder eine Einengung des Rückenmarkskanales im Vordergrund.
  • Seltener sind Fragen nach Missbildungen, Tumoren oder Entzündungen.

Bilddarstellungen

MR Gefäßdiagnostik / Kernspin-Angiographie

Wann ist eine Kernspin-Angiographie sinnvoll?

Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems sind in Deutschland immer noch die häufigste Todesursache. Als Ursache von „Durchblutungsstörungen“ stehen Verengungen oder Verschlüsse von Arterien (Schlagadern) im Körper im Vordergrund. Je nachdem welches Organ betroffen ist, ergeben sich für die Patienten ganz unterschiedliche Folgen:

  • Durchblutungsstörungen des Gehirnes führen zu einem Schlaganfall, am Herzen kommt es zu einem Herzinfarkt.
  • Durchblutungsstörungen im Bauch- und Beinbereich haben Schmerzen und die sogenannte „Schaufensterkrankheit“ zur Folge, da nicht mehr genügend Blut durch die verengten Arterien gepumpt werden kann, um das Gehirn, das Herz, die Organe und die Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen.

Daher ist die Darstellung der Blutgefäße im Körper eine wichtige Voraussetzung, um durch eine gezielte Behandlung eine Verbesserung der Durchblutung zu erreichen. Hierdurch kann ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder eine ansonsten notwendige Beinamputation häufig vermieden werden.

Vorteile der Kernspin-Angiographie gegenüber Alternativmethoden

  • Bei der körperlichen Allgemeinuntersuchung mit Blutdruckmessen und Pulstasten kann der Arzt eine Durchblutungsstörung diagnostizieren. Man erhält aber nur Hinweise auf die Lokalisation und Schwere der Erkrankung kann jedoch die Gefäße selbst nicht sehen.
  • Die Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße, die für den Patienten praktisch risikolos und wenig belastend ist, hängt sehr von der Erfahrung des Untersuchers ab. Wenn längere Gefäßabschnitte wie in den Beinen untersucht werden, ist das sehr zeitaufwendig.
  • Bei der heute üblichen Röntgen-Angiographie (DSA) muss eine Arterie punktiert und ein Katheterschlauch in das Gefäßsystem eingeführt werden. Die Gefäßdarstellung ist hierbei sehr detailgenau und man kann auch Behandlungen (Gefäßaufdehnungen) durchführen. Es besteht aber das, wenn auch geringe, Risiko einer Gefäßverletzung, einer Blutung oder eines Gefäßverschlusses. Es werden Röntgenstrahlen zur Bildgebung verwandt und es kann beim Einspritzen des Röntgenkontrastmittels zu allergischen Reaktionen kommen, die zum Teil schwerwiegend sein können.
  • Als Alternative steht seit wenigen Jahren die Gefäßdarstellung mit der Kernspintomographie, die sogenannte MR-Angiographie (MRA) zur Verfügung. (MR = Magnetresonanz, ein anderes Wort für Kernspintomographie, Angiographie = Gefäßdarstellung). Hierbei werden keine Röntgenstrahlen sondern starke Magnetkräfte verwandt, denen bis heute keine schädlichen Nebenwirkungen nachgewiesen wurden. Eine Punktion der Arterien ist nicht notwendig.

Wann ist ein Kontrastmittel notwendig?

Die Arterien (und Venen) im Gehirn können ohne Kontrastmittel dargestellt werden, da das fließende Blut als körpereigenes „Kontrastmittel“ ausgenützt werden kann.
Für die Darstellung der Blutgefäße im übrigen Körper ist ein Kernspin-Kontrastmittel erforderlich. Die Kernspin-Kontrastmittel sind nicht mit Röntgenkontrastmitteln vergleichbar. Sie enthalten kein Jod und können bei Jodallergie, Schilddrüsenüberfunktion und auch bei eingeschränkter Nierenfunktion angewendet werden.
Die sehr gut verträglichen Kernspin-Kontrastmittel werden in eine Vene injiziert und aufgrund der Verteilung im Körper werden Bilder von den Arterien gewonnen. Prinzipiell können alle Gefäßregionen dargestellt werden, wobei aufgrund der raschen Herzbewegung die Darstellung der Herzkranzgefäße weiter schwierig ist. Die Arterien im Kopf- und Halsbereich, im Bauch- und Beinbereich können jedoch sehr gut und sicher abgebildet werden, so dass bereits häufig auf eine Katheteruntersuchung verzichtet werden kann.

Untersuchungsablauf

Der Patient liegt während der ca. 15 – 25 Minuten dauernden Untersuchung auf einem Tisch in einer „Röhre“. Bei der Untersuchung treten laute Klopfgeräusche auf, die bei dieser Untersuchungstechnik nicht vermeidbar sind. Bei Patienten, die Herzschrittmacherträger sind sowie bei Patienten mit bestimmten Metallen (z.B. Granatsplittern) im Körper darf meist keine MR-Angiografie und auch sonst keine kernspintomografische Untersuchung durchgeführt werden. (Ausnahmen siehe MRT mit Herzschrittmacher oder Defibrillator)
Nach der Anfertigung der Bilder werden diese mit dem Computer dreidimensional mit verschiedenen Verfahren weiter nachverarbeitet, so dass insbesondere Gefäßverzweigungen von allen Seiten betrachtet werden können und eine exakte Diagnose über den Zustand der Gefäße gestellt werden kann.
Zur Zeit laufen Forschungsarbeiten damit die oben bereits angesprochenen Behandlungsverfahren der Gefäßaufdehnung und Stentimplantation in Zukunft ebenfalls ohne Röntgenstrahlen am Kernspintomographen durchgeführt werden können.

MR-Mammographie

Was bedeutet MR-Mammographie (MRM)

MRM (= Magnetresonanz-Mammographie) ist eine kernspintomographische Untersuchung mit Kontrastmittel zur Früherkennung und zum Nachweis von Brustkrebs. Die MR-Mammographie ist eine ergänzende Untersuchung zur konventionellen Mammographie. Die MR-Mammographie ist nur unter bestimmten Voraussetzungen eine vertragsärztliche Leistung.

Warum MR-Mammographie?

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der Frau und die Zahl der Neuerkrankungen nimmt weiterhin zu. Nur ein kleiner Teil der Tumoren sind tastbar. Trotz exzellenter Technik gelingt es der Röntgen-Mammographie und der Ultraschalluntersuchung der Brust nicht, alle Tumoren darzustellen.
Die Methode der MR-Mammographie beruht darauf, dass gutartige Gewebe in die Vene injiziertes MR-Kontrastmittel in anderem Ausmaß aufnehmen als bösartige.

  • Die MR-Mammographie kann mit sehr guter Aussagekraft bei Silikonimplantaten durchgeführt werden, da bei der MR-Mammographie die Brust nicht zusammengedrückt wird.
  • Ebenso gelingt eine gute Differenzierung zwischen Narbe und erneutem Tumor bei einer operierten Patientin.

Bei der MR-Mammographie liegt die Patientin auf dem Bauch und die Brust lagert in einer speziellen Vertiefung (Spule), die auch die Bilder produziert.

Kassenleistung

Sind bestimmte Voraussetzungen nicht vollständig und ausnahmslos erfüllt, kann die MR-Mammographie nur als privatärztliche Leistung erbracht werden. Bitte sprechen Sie uns darauf an, dann prüfen wir gerne, ob in Ihrer speziellen Situation eine MR-Mammographie eine vertragsärztliche Leistung ist.

Bedingungen für die Durchführung der MR-Mammographie als vertragsärztliche Leistung

Die „Kernspintomographie-Vereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V“ definiert in der Leistungslegende zur einschlägigen vertragsärztlichen Abrechnungsziffer EBM 34.4.3.1. abschließend die Indikationen, unter denen wir eine MR-Mammographie als ambulante vertragsärztliche Leistung durchführen dürfen. Hierzu müssen die nachfolgend genannten Voraussetzungen jeweils vollständig erfüllt sein.

MR-Mammographie als Kassenleistung unter den folgenden einschränkenden Bedingungen, die  vollständig erfüllt sein müssen, wenn bereits eine Brusterkrankung behandelt wurde:

  • Histologisch gesichertes Mamma-Karzinom
  • Zustand nach brusterhaltender Operation, einschließlich einer Wiederaufbauplastik (d.h. nicht nach einfacher Ablatio mammae ohne Aufbauplastik)
  • a) Zeitpunkt frühestens 6 Monate nach dem Datum der Operation oder
  • Und frühestens 12 Monate nach Abschluss der Strahlentherapie, wenn:
  • Ein klinisch vorhandener Verdacht auf ein Tumorrezidiv
  • Eine vorausgegangene mammographische und sonographische Untersuchung konnte die Dignität des Redzidivverdachts nicht klären.

MR-Mammographie als Kassenleistung unter den folgenden einschränkenden Bedingungen, die  vollständig erfüllt sein müssen, bei einem Karzinom unbekannten Ursprungs.

  • Axilläre Lymphknotenmetastasen (d.h. keine Metastasen in anderen Lymphknotenstationen oder Organen, z.B. also keine Halslymphknoten- oder Lungenmetastasen)
  • Die histologische Morphologie schließt ein Mamma-Karzinom nicht aus.
  • Ein Primärtumor ist in beiden Brüsten klinisch nicht fassbar.
  • Ein Primärtumor ist weder mammographisch noch sonographisch fassbar
MRT-gesteuerte Mamma-Interventionen

1. MRT-gesteuerte Vakuumstanzbiopsie der Mamma

Nach der zur Zeit gültigen S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (1) soll die interventionell gesteuerte Gewebeentnahme zur histopathologischen Diagnosesicherung und Therapieplanung bei BIRADS-4/5-Befunden durch die bildgebende Methode erfolgen, in der der Befund am besten darstellbar und der Eingriff am wenigsten invasiv ist.
Daher führen wir bei karzinomverdächtigen Befunden, die nur im MRT sicher nachweisbar sind, die MRT-gesteuerte Vakuumstanzbiopsie der Mamma durch.
Die Aufklärung über mögliche Risiken und Komplikationen entspricht der röntgenmammografisch gesteuerten Vakuumstanzbiopsie > Mammographie
Die eigentliche Biopsie erfolgt in der gleichen Untersuchungsposition wie die diagnostische MRT-Untersuchung der Brust in Bauchlage in der sogenannten Brustspule.
Über eine spezielle stereotaktische Kompressionsvorrichtung erfolgt zunächst die sichere Lokalisation des Befundes und das genaue Festlegen des Zugangsweges. Danach werden in örtlicher Betäubung unter Kontrolle der Nadellage im MRT-Gerät mehrere Gewebeproben entnommen. Abschließend wird meist ein Clip zur Markierung der Biopsieentnahmestelle gelegt zur Lokalisation für eine Operation oder Kontrolluntersuchungen.
Abschließende Bildkontrollen zeigen, ob der verdächtige Bezirk auch durch die Biopsien erfasst wurde. Nach der Biopsie wird ein Druckverband für 24 Stunden angelegt, um das Risiko stärkerer Nachblutungen zu verringern.
Die feingewebliche Untersuchung erfolgt durch den Pathologen.
Leider ist die MRT-gesteuerte Vakuumstanzbiopsie der Mamma (noch) keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

2. MRT-gesteuerte Drahtmarkierung der Mamma

Manchmal ist ein im MRT der Mamma karzinomverdächtiger Befund von der Lage in der Brust oder aus anderen technischen Gründen nicht für eine Vakuumstanzbiopsie geeignet. In diesem Fall kann mit der gleichen stereotaktischen Kompressionsvorrichtung nach Lokalisation des Befundes ein spezieller MRT-geeigneter Draht über eine dünne Führungskanüle an dem Befund eingehakt werden. Das andere Ende des Drahtes reicht einige Zentimeter aus der Haut heraus und wird mit einem sterilen Verband abgedeckt.
So kann der Operateur am gleichen Tag über die Führung durch den Draht mit einem kleinen operativen Eingriff (offene Probeentnahme = PE) den verdächtigen Bezirk für eine feingewebliche Untersuchung durch den Pathologen gewinnen. Meist werden kleinere Tumoren durch diesen Eingriff bereits vollständig entfernt.

Für Fragen zu MRT-gesteuerten Mamma-Interventionen stehen unsere Fachärzte gerne zur Verfügung.

MRT der Prostata

Die multiparametrische MRT der Prostata (mpMRT der Prostata) wird nach S3-Leitlinie (https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom) des Prostatakarzinoms vor einer Prostatabiospie empfohlen. Bei einem kontrolliert erhöhten PSA-Wert ≥ 3 ng/ml soll eine urologische Konsultation erfolgen. Bestätigt sich dabei das Risiko für ein Prostatakarzinom soll eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata erfolgen.

Die mpMRT der Prostata besteht aus:

  1. hochauflösenden T2-gewichteten Sequenzen in drei Ebenen mit denen die Morphologie der Prostata analysiert wird
  2. diffusionsgewichteten Sequenzen zur Untersuchung der Zellstruktur
  3. dynamischen kontrastmittelgestützten Sequenzen zum Nachweis einer schnelleren und stärkeren Durchblutung eines Karzinoms

Zusammengefasst bietet die Durchführung der mpMRT der Prostata vor einer Biospie folgende Vorteile:

  • Im Vgl. zur alleinigen systematischen Biopsie führt sie zum Nachweis von mehr klinisch signifikanten, d.h. zu mehr therapiebedürftigen Karzinomen (+12%)
  • Die mpMRT der Prostata führt zur Reduktion unnötiger Biopsien (bis zu 50% der Biopsien vermeidbar)
  • Die mpMRT der Prostata führt zu einer Reduktion in der erkennung klinisch nicht signifikanter Karzinome (diejenigen Karzinome, die auch beobachtet werden können und nach Leitlinien keine unmittelbare Therapie benötigen)

Beitrag zum Thema

MRT Nervensystem-Diagnostik

Schlaganfallfrühdiagnose

Mit einem Hochleistungskernspintomografen (hohe Magnetfeldstärke, starke Gradienten) können sog. diffusionsgewichtete Bilder angefertigt werden. Diese zeigen einen Schlaganfall, eine Durchblutungsstörung von Teilen des Gehirns, bereits wenige Minuten nach dem Ereignis. Dies ist insofern wichtig, weil nur eine frühe gezielte Therapie den Untergang von Gehirngewebe so klein wie möglich hält und damit das Ausmaß von bleibenden Schäden (Lähmungen, Sprachstörungen etc.) begrenzen kann. Mit einer CT-Untersuchung zeigt sich die exakte Ausdehnung eines Schlaganfalles erst nach mehreren Stunden.
Gleichzeitig können im Kernspintomographen die Arterien im Gehirn und auch die großen hirnversorgenden Arterien im Halsbereich dargestellt werden. (Kernspin-Angiographie) So kann die genaue Ursache des Schlaganfalles, ein Gefäßverschluss oder eine Einengung lokalisiert und gegebenenfalls gezielt behandelt werden.
Ein Nachteil der MRT liegt in der relativ langen Zeitdauer der Untersuchung (ca. 20 min.). Wenn der Patient sehr unruhig ist, sind die Bilder zum Teil verwackelt und schlechter auszuwerten. Wegen des Magnetfeldes sind die Überwachungsmöglichkeiten eingeschränkt, so dass bei instabilem klinischem Zustand zunächst auf eine MRT verzichtet werden muss.

Diagnostik des Rückenmarkes

Das Rückenmark als weiterer wichtiger Teil des Nervensystems kann ebenfalls von Durchblutungsstörungen betroffen sein, die schlimmstenfalls zu einer Querschnittslähmung führen. Auch hier stellt die Kernspintomographie das aussagekräftigste Verfahren dar, um eine Durchblutungsstörung aber auch andere Erkrankungen des Rückenmarkes wie Entzündungen oder Tumoren darzustellen.

Auch bei Verletzungen des Rückenmarkes durch Stürze oder Verkehrsunfälle gelingt die Darstellung des Ausmaßes der Verletzung am besten mit der Kernspintomografphe.

Besonderheiten bei MRT-Untersuchungen

MRT bei Adipositas

Ab welchem Körperumfang benötigt der MRT-Tunnel einen größeren Durchmesser?

Häufig konnten Patienten auf Grund ihres Gewichtes und ihres Körperumfangs nicht untersucht werden. Bestimmte MRT’s haben einen größeren Tunnel (70 cm), so dass auch bei adipösen Patienten in bequemer Lage ein MRT durchgeführt werden kann.